Art of Devaud

Papier

Wie Schlichtheit und Verfeinerung in der Welt wechseln,
wird die allgemeine Ordnung gefördert oder gemindert.
Die Sitten folgen dem Wandel der Zeit,
und Werkzeuge und Dinge ändern sich.
Kerbhölzer ersetzten die Knotenschnüre der Urzeit,
und zuletzt löste Papier die Bambusstäbe ab.
Es ist wohlfeil und geeignet
und erfüllt die wechselnden Bedürfnisse.
Sein Wesen ist vielfältig,
wir wollen es mit Geschick und Sorgfalt herstellen.
Streng geformt wird es von vier Seiten umschlossen.
Aus reinen Fasern, in feinstem Gefüge
empfängt es die Formen der Kunst und bewahrt die Schrift.
Wahrlich, es erwartet die Muse,
und der Genius wählt diesen schlichten Stoff,
um aus Altem Neues zu schaffen.
Ausgebreitet bietet es sich willig an,
Ungeprüftes wird man nicht aufnehmen.
Frei schwebt der Geist oder ruht,
um zu enthüllen, um zu verbergen. Im Besonderen:
Wenn die sechs Bindungen nicht geordnet sind
und wir in Einsamkeit ein stilles Leben führen,
geben wir geschuppten Fischen und Wildgänsen mit,
was unser Pinsel im Fluge niederschrieb.
Was uns das Herz eingab, anvertrauen wir
über zehntausend Meilen einem kleinen Stück Papier.

Fu Hsien 243 – 294